Allgemeine Informationen zu Milben beim Menschen



Was sind Milben?

Milben (Acari) gehören zu den Spinnentieren im Stamm der Gliederfüßer. Milben sind die artenreichste Gruppe der Spinnentiere. Abbildung Milbe
Sie sind weltweit sehr verbreitet und können in vielen unterschiedlichen Lebensräumen heimisch werden. Rund die Hälfte aller bekannten Milbenarten lebt im Boden. Es gibt sowohl fleischfressende als auch pflanzenfressende Arten. Milben benutzen häufig einen Wirt als Transportmittel, da sie sich selber meist nur sehr langsam fortbewegen können. Eine große Zahl der Milben lebt parasitisch.

Die kleinsten Milben sind etwa 0,1 Millimeter groß. Zu den größten Milben gehören Zecken, die vollgesogen etwa drei Zentimeter groß werden können. Milben haben acht Beine, weisen meist einen kugeligen Körperbau mit Verschmelzung von Kopf, Brust und Hinterleib auf und sind extrem widerstandsfähig. Sie bevorzugen Lebensräume mit hoher Luftfeuchtigkeit. Diese ist in vielen Haushalten gegeben und bieten daher eine optimale Lebensgrundlage.

In den meisten Fällen sind Milben für Menschen und Tiere ungefährlich. So gibt es beispielsweise im Wein- oder Gartenbau oder bei der Käseproduktion viele nützliche Milbenarten, die in manchen Gewächshäusern deshalb sogar extra gezüchtet werden. 

Einige Milbenarten gelten allerdings als Verursacher von Krankheiten und Allergien. So können die Ausscheidungen der Hausstaubmilben Allergien gegen Hausstaub beim Menschen auslösen und sogar asthmatische Erkrankungen bilden. Auch als Krankheitsübermittler stehen sie gerne zur Verfügung, da sie beißen und Blut saugen können.



Welche Milbenarten befallen den Menschen?

Ein Milbenbefall hat erst einmal nichts mit mangelnder Hygiene zu tun und kann bei jedem Menschen und in jedem Haushalt vorkommen. Abgesehen von den Hausstaubmilben, die in fast allen Textilien zu Hause zu finden sind, gibt es auch andere Milbenarten, wie zum Beispiel die Grabmilben (Krätzmilben), Herbstmilben oder Haarbalgmilben. Zecken gehören ebenfalls zur Milbenfamilie und gelten als besonders gefährlich, da sie Krankheiten übertragen können. Lesen Sie hier mehr über Zecken.



Was sind Hausstaubmilben?

Hausstaubmilben (Dermatophagoides) finden sich in nahezu jedem Haushalt. Sie kommen fast ausschließlich in menschlichen Wohnungen vor, da sie im Freien nicht überleben können. Sie lassen sich in Betten, Matratzen und Polstermöbeln nieder und sind für Nichtallergiker ungefährlich.

Liegt allerdings eine Allergie vor, kann diese heftige Reaktionen auslösen und unbehandelt zu Asthma führen. Hausstaubmilben sind etwa 0,1 bis 0,5 mm groß, weiß und ihr Körper ist mit haarförmigen Borsten versehen.

Hausstaubmilben ernähren sich von abgefallenen Hautschuppen.

Reinigung einer Matratze wegen Hausstaubmilben



Was sind Krätzmilben?

Krätzmilben sind die Erreger der ansteckenden Hauterkrankung Skabies (Milbenkrätze). Die Krätzmilbe ist rundlich, bis 0,4 Millimeter groß, hat einen durchscheinenden Körper, vier Beinpaare und kräftige Mundwerkzeuge.

Milben auf der Haut

Krätzmilben sind auf Sauerstoff angewiesen, deshalb halten sie sich in der obersten Hautschicht, der Hornschicht der Haut, auf und dringen nicht weiter in den Körper ein.


Krätzemilben ernähren sich von Hautzellen. Sie paaren sich zunächst an der Oberfläche der Haut. Die weibliche Krätzmilbe gräbt im Anschluss Gänge in die Hornschicht der Haut. In diese Gänge legt die Milbe ihre Eier ab. Aber auch ihre Ausscheidungsprodukte, kleine Kotballen, bleiben dort zurück. Letztere führen zu einer Reaktion des Immunsystems des Körpers, wodurch sich die Haut entzündet und stark juckt. Nach dem Schlüpfen bewegen sich die Larven an die Hautoberfläche und der Lebenszyklus der Krätzmilben beginnt von vorn.



Was sind Laufmilben (Herbstmilben, Grasmilben)?

Laufmilbe (Neotrombicula autumnalis) oder Herbstmilbe werden umgangssprachlich oft als Grasmilbe bezeichnet. Grasmilben leben in Gärten, Wiesen und Parkanlagen, wo sie im Gras, Büschen oder kleinen Erhebungen auf ihren Wirt warten.

Sie entwickeln sich aus Eiern, die im Boden abgelegt werden und wachsen zu Larven heran, die sich an Menschen und Tiere anheften, um sich von ihnen zu ernähren. Sie sind in der Lage weite Strecken zu krabbeln. Die Larven sind orangerot, haben sechs Beine und sind zwischen 0,2 bis 0,4 mm lang. Befallen die Larven Menschen oder Tiere ernähren sie sich zwischen 1-10 Tagen von der Haut, vermehren sich auf dem Wirt jedoch nicht weiter, sondern kehren zurück in den Boden, wo sie sich zur erwachsenen Milbe mit acht Beinen weiterentwickeln. Die erwachsenen Grasmilben sind von einem tierischen Wirt unabhängig und ernähren sich von Pflanzensäften und kleinen Insekten. 

Familie barfuß auf der Wiese

Die starke Vermehrung in den letzten Jahren wird auf den Klimawandel und das veränderte Freizeitverhalten der Menschen zurückgeführt.



Was sind Haarbalgmilben?

Haarbalgmilben (Demodex brevis) sind eine Milbenart, die den menschlichen Körper besiedeln. 

Haarbalgmilben an der Augenwimper

Mit zunehmendem Alter sind Haarbalgmilben bei fast jedem Menschen zu finden. Sie besiedeln vorzugsweise das menschlichen Gesicht und treten vor allem an den Haarwurzeln der Augenwimpern auf. 

Dabei ernähren sie sich von den Hautschuppen des Wirts. Sie sind für gewöhnlich ungefährlich. Neuere Forschungen lassen jedoch einen Zusammenhang zwischen Haarbalgmilben und Hautkrankheiten wie etwa Akne oder Rosazea vermuten. Haarbalgmilben sind kleine kegelförmige Milben mit vier stämmigen Beinpaare am Vorderende des Körpers und kleinen stumpfen Klauen. Körper und Beine haben keine Borsten.



Welche Krankheiten können Milben auf Menschen übertragen?

Krankheitsbilder, die von Milben hervorgerufen werden, nennt man Acariose. Zu den häufigsten Erkrankungen, die durch Milben ausgelöst werden, zählen Hausstaubmilbenallergie, Milbenkrätze (Skabies) oder Erntekrätze. Zahlreiche Milbenarten können durch ihren Biss aber auch eine Reihe von Erkrankungen übertragen, z.B. Tularämie, Fleckfieber, Saint-Louis-Enzephalitis, Krim-Kongo Fieber oder Rickettsiepocken. Zecken übertragen FSME (Hirnhautentzündung) und Borreliose.



Was ist eine Hausstaubmilbenallergie?

Hausstaubmilben sind etwa bei 15% der Deutschen für Allergien verantwortlich. Dabei sind nicht die Milben selbst schuld an der Allergie, sondern ihr Kot.

Ein ohnehin geschwächtes Immunsystem reagiert auf diese Schadstoffe und löst allergische Reaktionen wie Niesen oder Husten aus. Schwellungen der Schleimhäute, gerötete Augen oder Juckreiz sind üblich.

Unbehandelt entwickelt knapp 75% der Allergiker im Laufe von 10 Jahren Asthma. 

Mann mit Asthma Inhalator



Was ist eine Milbenkrätze?

Skabies (Milbenkrätze) ist eine ansteckende Hauterkrankung, die durch Kätzmilben verursacht wird. Charakteristisch für Krätze ist der ausgeprägte Juckreiz, der sich bei Wärme verstärkt.

Kind mit Milbenkrätze

Die betroffenen Hautstellen sind gerötet. Es bilden sich stecknadelgroße Knötchen, bei kleinen Kindern gelegentlich auch Bläschen. Neben dem Hautausschlag sind bei genauer Betrachtung bogenförmig gewundene Bohrgänge der Milben in der oberen Hautschicht zu erkennen. Das durch den starken Juckreiz ausgelöste ständige Kratzen verstärkt die Hautreizung und Entzündung. Milbenkrätze kommt weltweit vor und betrifft Personen jeden Alters. Grabmilben bilden hauchdünne Gänge in die Haut ihres Wirtes und legen dort ihre Eier ab. Dadurch entsteht beim Betroffenen ein sehr starker, kaum zu bekämpfender Juckreiz. Die schlüpfenden Larven erzeugen das Krankheitsbild der Krätze (bei Tieren bezeichnet man diesen Zustand als Räude).
Lesen Sie hier mehr zur Milbenkrätze.



Was ist eine Erntekrätze?

Erntekrätze ausgelöst durch Grasmilben, ist eine parasitäre, stark juckende Hauterkrankung. Der Biss einer Grasmilbenlarve verursacht etwa 24 Stunden nach dem Biss rund um die Bissstelle stark juckende, rote Quaddeln. Der Juckreiz kann über die folgenden drei Tage noch zunehmen und bis zu zwei Wochen anhalten. Oft werden Grasmilbenbisse mit Mückenstichen verwechselt, da die Rötungen um die Bissstelle erst einige Stunden auftreten.

Der Biss einer Grasmilbe kann zwar sehr unangenehm sein, ist aber grundsätzlich harmlos, da Grasmilben keine Krankheiten übertragen. Lediglich durch das verstärkte Kratzen kommt es häufiger zu Entzündungen der Haut. 

Bein mit Erntekrätze



Wie kann man Erkrankungen durch Milbenbefall bekämpfen?

Die Behandlung von Erkrankungen durch Milbenbefall sollte grundsätzlich durch einen Haus- bzw. Hautarzt betreut werden.

Im Allgemeinen werden zur Abtötung von Milben sogenannte Insektizide, wie zum Beispiel Permethrin, eingesetzt.



Wie kann man Milbenbefall vorbeugen?

Grundsätzlich gilt: Ein starker Befall mit Milben jeder Art entsteht vor allem dann, wenn das Immunsystem zu schwach ist, um sich ausreichend gegen diese Lebewesen zu schützen. Deshalb ist es wichtig, zu jeder Jahreszeit darauf zu achten, ausreichend Vitamine und Mineralstoffe zu sich zu nehmen und sich dadurch zu schützen.

Darüber hinaus ist eine hygienische Umgebung zuhause wichtig. Lüften Sie Ihre Wohnung regelmäßig, um die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren. Klimaanlagen und Dunstabzugshauben sollten ebenfalls regelmäßig gereinigt werden.

Waschen Sie Ihre Bettwäsche, Decken, Kopfkissen und Stofftiere regelmäßig bei 60°Celsius und tauschen Sie Ihre Matratzen alle 7-8 Jahre aus.
Schützen Sie sich außerdem auf Reisen mit dem PERMETEX® Reiselaken, dem PERMETEX® Schlafsack oder dem PERMETEX® Kissenbezug vor Milben und Milbenkrätze.
Permetex Schlafsack gegen Bettwanzen, Milben, Flöhe und MückenPermetex Reiselaken gegen Bettwanzen, Milben und Flöhe
Zum Schutz vor Milbenkrätze vermeiden sie intensiven Hautkontakt mit Personen, die sich mit Milbenkrätze infiziert haben.

Schützen Sie sich auf Wiesen vor Grasmilben, indem sie festes Schuhwerk und Socken tragen.