Milbenkrätze - Allgemeine Informationen



Was ist Milbenkrätze?

Milbenkrätze bzw. Krätze (Skabies oder Scabies) ist eine Hauterkrankung, die durch Parasiten verursacht wird. Charakteristisch für Krätze ist ein ausgeprägter Juckreiz, der sich bei Wärme verstärkt. Die betroffenen Hautstellen sind gerötet. Es bilden sich stecknadelgroße Knötchen, bei kleinen Kindern gelegentlich auch Bläschen.

Schutz gegen Milbenkrätze
Neben dem Hautausschlag sind bei genauer Betrachtung bogenförmig gewundene Bohrgänge der Milben in der oberen Hautschicht zu erkennen. Das durch den starken Juckreiz ausgelöste ständige Kratzen verstärkt die Hautreizung und Entzündung. Es können Schuppen und Krusten entstehen. Zusätzlich können nun auch Bakterien die geschädigte Haut infizieren und den Verlauf der Skabies verschlechtern.

In Deutschland besteht für Krätze keine allgemeine Meldepflicht. Allerdings müssen Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich benachrichtigen, wenn in ihrer Einrichtung betreute oder betreuende Personen an Skabies erkrankt oder dessen verdächtig sind.



Wie wird Milbenkrätze verursacht?

Der Erreger der Skabies ist die Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei). Die Krätzmilbe ist rundlich, bis 0,4 Millimeter groß, hat einen durchscheinenden Körper, vier Beinpaare und kräftige Mundwerkzeuge.

Krätzmilben sind auf Sauerstoff angewiesen, deshalb halten sie sich in der obersten Hautschicht, der Hornschicht der Haut, auf und dringen nicht weiter in den Körper ein. Krätzemilben ernähren sich von Hautzellen. Die zu den Spinnentieren gehörenden Krätzmilben paaren sich zunächst an der Oberfläche der Haut. Die weibliche Krätzmilbe gräbt im Anschluss Gänge in die Hornschicht der Haut. In diese Gänge legt die Milbe ihre Eier ab. 

Aber auch ihre Ausscheidungsprodukte, kleine Kotballen, bleiben dort zurück. Letztere führen zu einer Reaktion des Immunsystems des Körpers, wodurch sich die Haut entzündet und stark juckt. Nach dem Schlüpfen bewegen sich die Larven an die Hautoberfläche und der Lebenszyklus der Krätzmilben beginnt von vorn.Schutz gegen Milbenkrätze



Woran erkennt man Krätze?

Charakteristisch für Krätze ist der ausgeprägte Juckreiz, der sich bei Wärme verstärkt. Die betroffenen Hautstellen sind gerötet. Es bilden sich stecknadelgroße Knötchen, bei kleinen Kindern gelegentlich auch Bläschen.

Schutz gegen Milbenkrätze
Neben dem Hautausschlag sind bei genauer Betrachtung bogenförmig gewundene Bohrgänge der Milben in der oberen Hautschicht zu erkennen. Das durch den starken Juckreiz ausgelöste ständige Kratzen verstärkt die Hautreizung und Entzündung. Es können Schuppen und Krusten entstehen. Zusätzlich können nun auch Bakterien die geschädigte Haut infizieren und den Verlauf der Skabies verschlechtern.

Krätzmilben bevorzugen warme Hautregionen, an denen die oberste Hautschicht besonders dünn ist. Die entzündlichen Veränderungen der Haut treten daher in der Regel zwischen den Fingern und Zehen, in der Achselgegend, im Bereich des Nabels oder des Brustwarzenhofes, an Knöcheln und inneren Fußrändern sowie der Genitalregion auf. Kopf, Nacken und Rücken sind üblicherweise nicht befallen. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann Krätze jedoch auch auf der behaarten Kopfhaut und den Hand- und Fußflächen vorkommen.

Schutz gegen Milbenkrätze
Die klassischen Symptome der Krätze stellen sich bei einem ersten Befall erst etwa zwei bis sechs Wochen nach der Übertragung der Parasiten ein. So lange braucht das Immunsystem, um auf die Parasiten zu reagieren. Bei einer weiteren Infektion dauert es nur wenige Tage, bis erste Beschwerden auftauchen. Werden sehr viele Krätzmilben übertragen, können sich erste Symptome manchmal auch schon wenige Tage nach der Übertragung zeigen.



Was ist Borkenkrätze?

Eine besonders schwerwiegende und stark ansteckende Form der Krätze ist die sogenannte Borkenkrätze (Scabies crustosa). Anders als bei der Milbenkrätze ist die Haut bei Borkenkrätze großflächig über die typischen Regionen hinaus verändert. Große Teile der Haut sind gerötet und weisen an den Hand- und Fußinnenflächen eine starke Verhornung und massive Schuppenbildung auf. Gerade Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind besonders anfällig für Scabies crustosa, denn bei ihnen können sich die Krätzmilben ungehindert vermehren und kommen dann in großen Mengen auf der Haut vor. Hier reicht ein kurzer Hautkontakt, um die Milben zu übertragen.



Wie wird Krätze übertragen?

Die gewöhnliche Krätze ist nur dann von Mensch zu Mensch ansteckend, wenn ein enger, großflächiger Hautkontakt über einen längeren Zeitraum von mindestens fünf bis zehn Minuten besteht.

Schutz gegen Milbenkrätze
Bei kurzen Berührungen, wie etwa Händeschütteln oder Umarmungen, besteht in der Regel kein Risiko, Krätzmilben zu übertragen. Ausgenommen davon ist die extrem ansteckende Borkenkrätze.

Da Krätzmilben nur relativ kurze Zeit ohne ihren Wirt, den Menschen, überleben können, ist eine indirekte Übertragung durch Textilien, wie Bettwäsche, Decken oder Kleidung theoretisch möglich, aber eher selten. 
Darüber hinaus spielen Hygiene und Fitness des Immunsystems bei der Inkubationszeit eine wichtige Rolle. Da bei mangelnder Körperhygiene die Anzahl der Milben auf der Haut besonders hoch ist, erhöht sich bei einer Infektion auch das Risiko, die Krätze zu übertragen. Ein gesundes Immunsystem und häufiges Baden oder Duschen erschwert die Vermehrung der Milben.



Wie verbreitet sich Milbenkrätze?

Krätze ist weltweit mit schwankender Häufigkeit verbreitet und betrifft Personen jeden Alters. Während sie in den Industrieländern in den 1950er Jahren fast verschwunden war, tritt sie nun wieder vermehrt auf. Schätzungen zufolge sind weltweit etwa 300 Millionen Menschen betroffen. In Deutschland hat die Ansteckung mit Krätze im vergangenen Jahr in einigen Regionen sogar um 60% zugenommen.

Wie häufig Krätze vorkommt, hängt von Faktoren wie der Bevölkerungsdichte, der medizinischen Versorgung, dem Gesundheitszustand der Menschen und den hygienischen Verhältnissen ab. Krätze ist grundsätzlich vor allem dort verbreitet, wo viele Menschen auf engem Raum und unter schlechten hygienischen Bedingungen zusammenleben betreut oder medizinisch versorgt werden. In Deutschland sind Ausbrüche von Milbenkrätze vor allem in Kindergärten, Einrichtungen für Behinderte, Obdachlosenasyle, Notunterkünfte, Gefängnisse, Altersheime und Krankenhäuser zu verzeichnen. Von dort verbreiten sich die Milben im Regelfall über die Mitglieder einer Familie oder Wohngemeinschaft weiter. Hotels und Herbergen sind ein weiter möglicher Ort der Übertragung.



Wie kann man Milbenkrätze behandeln?

Grundsätzlich müssen Krätzmilben von einem Arzt behandelt werden. Für gewöhnlich ist dies ambulant möglich. Ausgenommen sind Patienten, die sich mit Scabies crustosa, der hochansteckenden Form der Milbenkrätze infiziert haben. Diese müssen sofort isoliert und stationär behandelt werden. Auch Säuglinge und Kleinkinder werden für gewöhnlich im Krankenhaus behandelt, um eine zuverlässige Behandlung zu gewährleisten.

Schutz gegen Milbenkrätze
Behandelt wir Milbenkrätze in der Regel mit einer Permethrin-haltigen Salbe, die großflächig auf die Haut aufgetragen und nach einem Zeitraum von acht bis zwölf Stunden gründlich abgewaschen wird. Zusätzlich ist eine Behandlung mit Tabletten möglich. Ist die Haut außerdem durch die Krätze stark entzündet, verordnet der Arzt eventuell zusätzlich entzündungshemmende Medikamente. In den meisten Fällen gelingt es durch die Behandlung alle Krätzmilben abzutöten und die Krankheit damit zu heilen. Sind nach zwei Wochen immer noch Anzeichen der Krätze vorhanden, muss die Anwendung wiederholt werden. Unbehandelt kann die Krätze chronisch werden.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, Menschen mit Krätze und deren enge Kontaktpersonen gleichzeitig zu behandeln. Da sich der Krätzmilbenbefall oft erst nach Wochen bemerkbar macht, gilt dies auch für Menschen, die zum Zeitpunkt der Behandlung noch keine Beschwerden zeigen.

Auch wenn die Milben erfolgreich bekämpft wurden, können Juckreiz und Hautveränderungen noch einige Wochen bestehen bleiben. Dieses sogenannte postskabiöse Ekzem (Entzündung der Haut) tritt häufig infolge eines Skabiesbefalls auf. Auch wenn alle Milben und Milbeneier abgetötet wurden, können Bestandteile der Parasiten in der Haut zurückbleiben und die Entzündungsreaktion des körpereigenen Abwehrsystems aufrechterhalten. Diese Hautreizung behandelt der Arzt in der Regel mit antientzündlichen Salben und Cremes.



Welche weiteren Maßnahmen gibt es, um Milbenkrätze zu behandeln?

Eine medikamentöse Behandlung sollte zusätzlich unbedingt durch allgemeine Maßnahmen ergänzt werden. Wäschestücke, die intensiv mit der befallenen Haut in Kontakt kommen (Bettwäsche, Handtücher, Unterwäsche, Stofftiere) sollten regelmäßig bei 60 °C gewaschen werden.

Textilien, die nicht gewaschen werden dürfen, sollten über 4 Tage bei Raumtemperatur in einem Plastiksack verstaut werden, damit die Milben absterben.

Betten müssen regelmäßig frisch bezogen werden. Zusätzlich können Sie das PERMETEX® Reiselaken zuhause nutzen, um den Milbenbefall zu reduzieren.

Damit von Polstermöbeln keine Gefahr mehr ausgeht, sollten sie abgesaugt und mindestens 48 Stunden lang nicht benutzt werden. Diese Maßnahme ist wegen der geringen Ansteckungsgefahr allerdings nicht unbedingt erforderlich.

Gegenstände, mit denen der Patient nur kurzen Kontakt hatte, müssen nicht dekontaminiert werden.
Schutz gegen Milbenkrätze



Wie kann man sich vor Milbenkrätze präventiv schützen?

Um sich vor Milbenkrätze optimal zu schützen, sollte man grundsätzlich engen Körperkontakt mit infizierten Personen meiden.

Da sowohl bei starkem Befall, als auch der hochansteckenden Form der Krätze eine Übertragung durch Gegenstände möglich ist, ist es ratsam sich zusätzlich mit dem PERMETEX® Reiselaken oder dem PERMETEX® Schlafsack zu schützen – auf Reisen oder in potentiell übertragungsgefährdeten Bereichen. Schutz gegen MilbenkrätzeSollten Sie dennoch engen Kontakt zu einer mit Milbenkrätze infizierten Person gehabt haben, beachten Sie, dass Sie die Milben bereits innerhalb der Inkubationszeit selbst an andere weitergeben können.

Wenn Sie den Verdacht haben, sich möglicherweise mit Milbenkrätze infiziert zu haben, vermeiden Sie intensive Hautkontakte für ca. fünf bis sechs Wochen und beobachten Sie ihre Haut genau. Sollten Sie mögliche erste Anzeichen einer Infektion bei sich beobachten, suchen Sie sofort einen Hautarzt auf.